Matrimoines / ReMatriation

Zusammenarbeit mit Gemeinschaften und Diasporas zur Erforschung und Reaktivierung der Geschichte, des Ursprungs und der Erzählungen afrikanischer Objekte, die in Frankreich und Deutschland aufbewahrt werden.

Reguläre Ausschreibung 2024

Matrimoines / ReMatriation
Maske der mütterlichen Mächte Gèlèdè des Künstlers Kifouli Dossou und Mamisì (Ehefrauen des Vodun Mamiwata) zu Besuch. Ausstellung „Arts du Bénin” (Kunst aus Benin), Cotonou, 2022. © Manoel Lauriano, 2022

Zusammenfassung

Das Projekt „Matrimoines / Rematriation“ bringt etwa 20 Museologen, AkademikerInnen, KünstlerInnen und VermittlerInnen mit einer gemeinsamen Vision zusammen: Provenienzforschung ist sowohl für Museen als auch für Source Communities eine Suche nach Erinnerung („memory work“). Aufgrund ihrer hybriden Geschichte eröffnen afrikanische Objekte, die in Europa aufbewahrt werden, die Möglichkeit, neue gemeinsame Geschichten zu schreiben. Vor diesem Hintergrund strebt dieses Projekt eine Forschung an, die in der Lage ist, auf die Mehrsprachigkeit ihrer Quellen und Erinnerungen zu hören und diese wiederzugeben. Wir werden uns mit dem Erbe von privaten und „nicht unveräußerlichen“ Sammlungen befassen, die möglicherweise umgesiedelt werden. Die sogenannte Matrimoines bezeichnet die materielle und immaterielle Erbe, das aufgrund seiner Vertrautheit, seines geringen Marktwerts und seines „heimischen“ Charakters unsichtbar geworden ist. Rematriation wird durch eine doppelte Bewegung definiert: die Anerkennung von unsichtbar gemachtem Wissen und Epistemologien und die Rückgabe an die Ursprungsgemeinschaften. Unsere allgemeine Hypothese: Durch die Durchführung von Erhebungen über diese Kulturgüter können wir sowohl die erhaltenen Objekte als auch die Gemeinschaften, die sie produziert haben, besser kennenlernen und aufwerten. Dies bedeutet eine dreifache Verschiebung des Blickwinkels: von sogenannten ikonischen Artefakten (from iconic African heritage to familiar and unknown or „ordinary“ heritage) zu vertrauten und unbekannten Kulturgütern; von unvollständigen Karteikarten zu lebendigem Wissen; von hypothetischen Repatriierungen zu tatsächlichen Rematriierungen. Das Projekt konzentriert sich auf drei gemeinsame Fragen: Wie können Erinnerungen geweckt, Wissen initiiert oder reaktiviert werden? Welches Erbe soll aufgewertet, zurückgegeben, „umverteilt“ werden? Wie können die Narrativen, die über die Objekte erzählt werden, geteilt werden? Das Programm bietet kollektive Forschung, Vermittlung und Austausch zwischen Deutschland, Benin, Kamerun, Frankreich und Togo und ist in 5 Forschungsschwerpunkte unterteilt. 1. „Racontottes (Togo-Europa): Erforschung und Erzählung von in Europa aufbewahrten Alltagsgegenständen“; 2. „Die Reisen von Ajogan (Paris-Porto-Novo): Dokumentation, Verfilmung und Rückführung die Ajogan“; 3. „Licht auf das missionarische Erbe aus Bénin und Togo in Lyon: Bestandsaufnahme und Provenienzforschung der Sammlungen der „Sociétés des Missions africaines de Lyon“; 4. „Kulturerbe (Matrimoines) des Alltags in Paris, Köln und Bafoussam: Diaspora, Erinnerungsarbeit und Sammlung von zeitgenössischen Erzählungen“; 5. „Restituer / Rematrier: Zuhören, vermittelnt, einfließen lassen und die Erinnerungen an verstreute Kulturgüter dynamisieren (wissenschaftliche Veröffentlichung und Vermittlung).

Die erwarteten Auswirkungen des Projekts sind eine vertiefte, erneuerte und aufgewertete und reaktivierte Kenntnis von drei Sammlungen (Rautenstrauch-Joest Museum, Köln, Sociétés des Missions Africaines, Lyon und Gilbert Rouget-Bestand, Paris), der Aufbau einer gleichberechtigten Provenienzforschung, ein besseres Verständnis und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen deutschen, afrikanischen und französischen Akteuren in den Bereichen Museen, Forschung und Vermittlung.

Die Autorenschaft liegt bei dem Projektteam.

Zeitraum

36 Monate