PROBAMA

Provenances d'Objets BAmana du Soudan Français (Mali) zwischen 1880 und 1914: Kolonialer Wettbewerb, Aneignung und Erwerbspraktiken in den Sammlungen des Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt und des Musée quai Branly-Jacques Chirac.

Reguläre Ausschreibung 2024

PROBAMA
📸 Daouda Keïta studiert die malischen Sammlungen des Musée du quai Branly – Jacques Chirac ©️ Musée du quai Branly – Jacques Chirac, Foto: Julien Brachhammer

Zusammenfassung

Das Ziel dieses deutsch-französisch-malischen Projekts ist es, die Erwerbspraktiken und Objektkategorien zweier Museumsbestände zu vergleichen und zu bewerten, die während der französischen Kolonialherrschaft entstanden sind. Es handelt sich einerseits um die Sammlungen des deutschen Afrikanisten Leo Frobenius, die er im Auftrag des damaligen Museums für Völkerkunde in Hamburg und andererseits um Bestände im du Musée quai Branly, die von Militärs, sog. Entdeckern und Wissenschaftlern unter der französischen Kolonialverwaltung zwischen 1880 und 1914 aus dem „Bamana-Land“ im heutigen Mali, dem ehemaligen französischen Sudan, mitgebracht wurden. Durch einen Vergleich dieser beiden Objektgruppen, der Konsultation von Archivalien in Deutschland, Mali und Frankreich sowie Befragungen in den Ursprungsorten in Mali soll das Projekt die politischen, wissenschaftlichen und lokalen Dimensionen dieser im französischen Kolonialkontext an der Wende zum 20. Jahrhundert angeeigneten Bestände vor allem aus einer malischen Perspektive analysieren. Dabei soll die geografische Herkunft der Sammlungen bestimmt werden, mögliche Parallelen oder Unterschiede in der Zusammenstellung der Objektkategorien bewertet werden, hier insbesondere der rituellen oder religiösen Gegenstände der Bamana. Dies soll auch neue Einsichten in die Erwerbsbedingungen von sog. ethnographischen Objekten im Subsahara-Afrika im Kontext des Wettbewerbs zwischen zwei Kolonialmächten bieten. Insgesamt soll die Aneignung von Gegenständen, insbesondere aus religiösen und rituellen Kontexten, in der Religion aufgeklärt und unrechtmäßige Prozesse identifiziert werden.

Zeitraum

18 Monate

Team