PHOTOTOGO

PhotoTogo – Kolonialfotografien aus Togo beleuchten: Durchführung reziproker, transnationaler und interdisziplinärer Forschung

Regulärer Call 2025

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Phototogo © Unsplash, Kevin Hu

Zusammenfassung

Das Projekt ‘PhotoTogo – Kolonialfotografien aus Togo beleuchten: Durchführung reziproker, transnationaler und interdisziplinärer Forschung’ untersucht eine Sammlung kolonialer Fotografien aus Togo, die im Museum Natur und Mensch in Freiburg im Breisgau aufbewahrt wird. Die Sammlung, die dank der Bemühungen des Museums kürzlich katalogisiert und digitalisiert wurde, umfasst 144 positive und negative Glasplatten, 15 Fotografien und 13 Schwarz-Weiß-Postkarten. Sie wurden während der deutschen Herrschaft über das heutige Togo aufgenommen und zeigen eine Vielzahl an Motiven, die den komplexen kolonialen Kontext der damaligen Zeit widerspiegeln. Sie lassen sich in vier Kategorien einteilen: (1) Landschaften, darunter Bilder von Wäldern, Bergen und Flüssen; (2) Architektur, mit einer Mischung aus kolonialen und traditionellen Gebäuden; (3) Szenen des Alltagslebens, darunter Märkte und religiöse Szenen; und (4) Menschen, darunter afrikanische und europäische Männer, Frauen und Kinder, die posieren oder zum Posieren gezwungen werden, hauptsächlich auf Gruppenfotos, die kolonialen Hierarchien veranschaulichen (Sandler, 2013; Reichgelt, 2020). Die Vielfalt der Themen, die in einer einzigen Sammlung behandelt werden, macht diese für eingehende Studien besonders interessant. Diese Fotografien, die häufig für koloniale Propagandazwecke im In- und Ausland verwendet wurden (Hahn, 2018; Foliard, 2020 und 2022) sind Kulturgüter, die eine gründliche Analyse verdienen, welche sowohl die Perspektive der abgebildeten Personen als auch die derjenigen, die der Fotografierenden, einbezieht (Azamede, 2018; Mauuarin & Peltier-Caroff, 2022). Das bedeutet auch, dass eine gründliche Untersuchung einer solchen Sammlung die Zusammenarbeit von Experten aus Togo, Deutschland und Frankreich, dem damaligen Rivalen Deutschlands in Afrika und Europa, erfordert. Durch reziproke und interdisziplinären Forschung wird das Expertenkonsortium aus Lomé, Marseille und Freiburg die Sammlung anhand der folgenden Ziele analysieren: (1) die Herkunft des betreffenden Fotoarchivs aufzuklären; (2) die Fotografien selbst zu analysieren, um unser Verständnis der verflochtenen kolonialen Geschichten und Erinnerungen Togos, Deutschlands und Frankreichs zu vertiefen; (3) die Sammlung und die Analysen einem breiteren Publikum, insbesondere in Togo, zugänglich zu machen; und (4) die Verbreitung der wissenschaftlichen Ergebnisse sicherzustellen. Zu diesem Zweck stützt sich das Projekt auf die einzigartigen Kompetenzen des Konsortiums, das sich an der Schnittstelle zwischen Geschichte und Sozialwissenschaften befindet, auf gegenseitige Forschung und einen transnationalen Ansatz.

Zeitraum

16 Monate