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Farben, Kulturelle Erbe, Provenienz

Networking und Partnerschaften Call 1

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Sisal twine of Tchankpanan © „Couleurs“ Team

Zusammenfassung

Im Fokus des Projekts „COLORS- African Heritage: Works, Materials and Organic Dyes“ steht die Untersuchung von organischen Verbindungen bei der Färbung von Yoruba-Werken. Die Materialien und Techniken, die bei der Herstellung eines Objekts verwendet wurden, ermöglichen Informationen über den Entstehungsort, auf eine bestimmte Werkstatt oder einen spezifischen Künstler. Diese Daten ermöglichen somit Provenienzforschungen, die vom Herkunftsland und nicht nur von europäischen Quellen ausgehen. Ziel des Projekts ist daher, das Herkunftsgebiet oder den Herkunftsort, die Werkstatt oder die Herkunftsfamilie von polychromen Objekten aus dem Yoruba-Kulturraum zu bestimmen.

Das Projekt wird von einem Kollektiv aus deutschen, französischen und beninischen Forschern geleitet, die über Fachkenntnisse in den Bereichen Chemie, Konservierung, Restaurierung, Ethnologie und Archivforschung verfügen. Die Forschung konzentriert sich auf mit pflanzlichen Farben gestaltete Yoruba-Objekte aus Holz, Leder, Pflanzenfasern oder farbigen Textilien aus der Zeit vor 1930. Untersucht wird ein Korpus von Artefakten aus europäischen Museen – in erster Linie aus dem Museum of Confluences in Lyon und aus dem Museum Fünf Kontinente in München. In Verbindung mit der Auswertung von Archivmaterial über die Herkunft der Werke und deren Erwerbsumstände sollen erforscht werden:

– Die Fertigungspraktiken und ihr Bezug zu ethnobotanischem Wissen und zu lokalen Praktiken der Pflege, des Sammelns, der Herstellung oder zu Ritualen.

– Die verwendeten Pflanzen und ihre geographische Verfügbarkeit.

– Die spezifischen Gepflogenheiten von Werkstätten in Bezug auf technische und kulturelle Besonderheiten.

Die Ergebnisse der Materialstudien werden unser Wissen über die Geschichte der Werke verbessern und dazu beitragen, technische Veränderungen im Zusammenhang mit ihrer Verbreitung (in kommerziellen oder kolonialen Kontexten) zu identifizieren. Die Studien werden auch ein wertvolles immaterielles Erbe (technische Praktiken, Know-how, Nutzpflanzen) verdeutlichen, das aktuelle zeitgenössische handwerkliche Praktiken beeinflussen kann.

Zur Identifizierung des Ursprungs der Werke werden alle analytischen, ethnobotanischen und historischen Belege miteinander abgeglichen. Im Gegenzug werden die Ergebnisse an die Öffentlichkeit in den Yoruba-Regionen sowie speziell an die dortigen Kunsthandwerker weitergegeben, damit diese sie nutzen und ihr Fachwissen weiter pflegen können. Zudem kann dadurch die Erhaltung der ursprünglich verwendeten pflanzlichen Materialien weiter erforscht und ermöglicht werden.

Das Projekt wird sich zunächst auf den Aufbau eines vom Marc Bloch Fonds unterstützten Partnerschaftsnetzwerks konzentrieren. Dazu soll ein nachhaltiges, multidisziplinäres und multinationales Team gebildet werden, das in gegenseitigen Zusammenwirken der unterschiedlichen Kompetenzen helfen wird, die in Europa aufbewahrten Yoruba-Objekte besser zu verstehen und letztendlich den reibungslosen Ablauf des Projekts zu gewährleisten.

Stichworte : Kulturelles Erbe, Materialität, Analysen, Chemie, Archäometrie, Pflanzenfarben, Rep. Bénin, Yoruba, Museen, Kunsthandwerk, Skulpturen, Holz, Polychromie, Textilien, Pflanzenfasern, Provenienz.

Zeitraum

12 Monate