Koloniale Sammlungen gemeinsam neu denken

Internationale Abschlusstagung des Forschungsprojekts zwischen Deutschland, Mali und Frankreich

Koloniale Sammlungen gemeinsam neu denken
Das PROBAMA-Team, 2025. Von links nach rechts: Barbara Plankensteiner, Hélène Ivanoff, Sandja Oussounou Abdel-Aziz, Chehibou Coulibaly, Gaëlle Beaujean, Benoît de L’Estoile, Richard Kuba Foto: @PROBAMA

Die internationale Abschlusstagung des Forschungsprojekts PROBAMA – „PRovenances d’Objets BAmana du Soudan Français (MAli) zwischen 1880 und 1914“ fand am 15. und 16. Juni 2026 am Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) in Hamburg statt.

Das Projekt untersucht die Provenienz, Erwerbskontexte und Objektbiografien sogenannter „Bamana“-Objekte aus dem heutigen Mali, die zwischen ca. 1880 und 1914 in europäische Museumssammlungen gelangten. Im Mittelpunkt stehen koloniale Sammelpraktiken, die Rekonstruktion historischer Erwerbskontexte sowie die Zusammenarbeit zwischen europäischen und malischen Institutionen im Bereich der Provenienzforschung.

Nach einem ausschließlich internen Arbeitstag des Projektteams am 15. Juni, richtet sich der öffentliche Veranstaltungstag am 16. Juni 2026 an ein breiteres Publikum.

Der wissenschaftliche Vormittag am Dienstag, den 16. Juni 2026, widmete sich insbesondere den methodischen und disziplinären Perspektiven auf die Forschung zu Bamana-Sammlungen und kolonialen Archiven. Geplant sind Beiträge von eingeladenen Forschenden aus den Bereichen Anthropologie, Archäologie und Museumsforschung, darunter:

Jean-Paul Colleyn (EHESS, Paris)
The notion of “Bamanaya” in anthropological studies

Nikolas Gestrich (Frobenius-Institut, Frankfurt am Main)
Searching for Bamanaya in Archaeology and History

Michaela Oberhofer (Museum Rietberg, Zürich)
Reconnecting with the Himmelheber Archive: Collaborative Research and Curatorial Practices across Abidjan and Zurich

Im Anschluss findet eine moderierte wissenschaftliche Diskussion statt, die sich mit der internationalen Provenienzforschung, den spezifischen Beiträgen des malischen Fallbeispiels sowie mit anthropologischen, archäologischen und musealen Zugängen zu kolonialen Sammlungen auseinandersetzt.

Am Abend des 16. Juni ist zudem eine öffentliche Veranstaltung mit Präsentationen, Filmausschnitten aus den Gegenuntersuchungen in Mali sowie einer Podiumsdiskussion geplant.

Programm

Vormittags:
Wissenschaftliche Konferenz, Zwischenraum / MARKK

09:30 – 11:30 Uhr / Das ProBama-Projekt im Kontext der Provenienzforschung

11:45 – 13:00 Uhr / Vergleichende Perspektiven auf Bamana-Sammlungen

Vorträge von eingeladenen Expert:innen
11:45 – 12:00 Uhr /
Dr. Jean-Paul Colleyn, EHESS (Paris)
Der Begriff „Bamanaya“ in der Anthropologie

12:00 – 12:15 Uhr /
Dr. Nikolas Gestrich, Frobenius-Institut (Frankfurt)
Auf der Suche nach Bamanaya in Archäologie und Geschichte

12:15 – 12:30 Uhr /
Dr. Michaela Oberhofer, Museum Rietberg (Zürich)
Rückbesinnung auf das Himmelheber-Archiv: Gemeinsame Forschung und kuratorische Praktiken zwischen Abidjan und Zürich

12:30 – 13:00 Uhr / Offene Diskussion
Moderation: Dr. Benoît de l’Estoile, (MQBJC)

Abends:
Round Table Diskussion
18:30 – 19:15 Uhr /
Allgemeiner Überblick über den Projektkontext, Herausforderungen der Provenienzforschung, Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Mali – Dr. Gaëlle Beaujean, Prof. Dr. Barbara Plankensteiner

19:15 – 19:30 Uhr / Screening mit Dr. Chéhibou Coulibaly

19:30 – 20:30 Uhr / Podiumsdiskussion mit dem Publikum
Teilnehmer:innen: Dr. Chéhibou Coulibaly, Dr. Hélène Ivanoff, Dr. Benoît de l’Estoile, Aziz Sandja
Moderator: Dr. Richard Kuba